Nachdem sich bei der Vollversammlung Ende Februar kein Kandidat für die Referentenstelle gemeldet hat, folgte mit dem AGG-Vortrag am 8.3. die bis jetzt letzte Veranstaltung unter Mitwirkung des Schwulenreferates. Seit März werden keine Öffnungszeiten mehr angeboten, da es eben keinen Referenten mehr gibt. Es ist eigentlich kein Geheimnis, dass die kasseler Uni auch von einigen (untertrieben) Schwuppen bevölkert wird. Ist es etwa so, dass alle Uni-Schwuppen unpolitisch sind und/oder das eher überschaubare kasseler GaySzene-Angebot sowie sterile Kontakte über einschlägige Internetseiten die sozialen Bedürfnisse vollkommen abdecken?

Letzteres lässt sich nachvollziehen, zumal das zeitliche Angebot für freizeitliche Aktivitäten dank dem verschulten Bachelor-/Masterstudium den sozialen Ansprüchen ohnehin nicht gerecht wird (ich kann davon ein Lied singen). Aber was ist aus dem sonst so politischen Studenten geworden? Die gesellschaftlichen Probleme für Schwule, Lesben und andere Queers* sind mit der Streichung von §175, sowie der Einführung von AGG und „Homo-Ehe“ nicht aus der Welt geschafft. Alte Klischees und Ängste (die meist zu Hass führen) wabern noch immer durch die Heten-Welt und werden von Web und Sensations-TV künstlich am Leben gehalten. Die vermeintlich tolerante Stimmung ist labil und kann jederzeit kippen! Kommt eine gesellschaftliche Krise, sind immer marginalisierte Gruppen die Fußabtreter für die Probleme (man schaue nach Russland).

Was hat das mit dem Schwulenreferat zu tun? Ganz einfach: das Schwulenreferat ist die wichtigste queerpolitische Institution in Nordhessen mit einem eigenem Budget für diese Tätigkeit. Unterstützt wurde es in den letzten Jahren vom Autonomen Referat für Frauen und Geschlechterpolitik. Queerpolitische Beiträge leistet auch die „Aidshilfe Kassel“, ihr Schwerpunkt ist aber eigentlich die individuelle Beratung (auch sehr wichtig!) in verschiedenen Lebenslagen. Der „Runde Tisch gegen Homophobie“ ist keine eigenständige Institution, sondern ein Zusammenschluss von Institutionen, also von deren Teilnahme (u.a. von Schwulenreferat und Aidshilfe) abhängig. Der „CSD-Kassel e.V.“ ist für die Organisation des CSD’s zuständig, lieferte aber bisher keine eigenen politischen Inhalte. Die schwule (Party-)Szene ist weitgehend unpolitisch. Daher ist das Schwulenreferat für queerpolitische Arbeit in dieser Region unerlässlich! Hinzu kommt die weitgehende praktische Unabhängigkeit, die es auch dazu befähigen, Tabus zu brechen und unbequeme Fragen zu stellen, die sich andere nicht trauen (dürfen).

Ein neuer Termin für die Vollversammlung steht. Sie wird am 16.5. im Schwulenreferat stattfinden und wird vom Sozialreferenten des AStA veranstaltet. Da werden die Referenten gewählt, die sich im idealfall vorher beim Sozialreferenten des AStA, Daniel Seitz, angekündigt haben. Wem es wichtig ist, etwas für die Erhaltung der eigenen Freiheit zu tun oder für die Rechte anderer noch immer stark diskrimierter Gruppen zu kämpfen (z.B. Transgender, Intersexuelle), sollte sich einen Ruck geben und am besten sofort bewerben! Der Sozialreferent des AStA hat bereits untenstehende Stellenausschreibung veröffentlicht.

Euer Ex-Referent Sascha

„Das Autonome Schwulenreferat sucht einen neuen Referenten!

Das Autonome Schwulenreferat ist die studentische Vertretung aller homo- und bisexuellen Studenten an der Universität Kassel. Es verfügt über einen eigenen Raum, ein jährliches Budget und ist mit verschiedenen Strukturen außerhalb und innerhalb der Universität vernetzt.
Die Vertretung der Interessen der homo- und bisexuellen Studenten ist hierbei eure Hauptaufgabe. Weiterhin öffnet ihr den Raum des Schwulenreferats für Bersucher*innen und Interessierte. Ihr nehmt an Vernetzungstreffen mit anderen Gruppen und Instutituionen teil, leistet mit selbstständig geplanten Veranstaltungen einen Beitrag für Aufklärungs- und Kulturarbeit und betreut die umfangreiche Bibilothek des Referats. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt eurer Arbeit ist die Beratung homo- und bisexueller Studenten zu verschiednen Themen (zum Beispiel Coming-Out).
Selbstständiges, kreatives Arbeiten, Organisations- und Teamfähigkeit sowie Kommunikationsfähigkeit kennzeichen die Tätigkeit den Referenten. Laut Satzung des autonomen Schwulenreferats können alle an der Universität Kassel eingeschriebenen männlichen homo- und bisexuellen Studenten hier Referent werden. Die Stelle kann auch zwischen zwei Personen geteilt werden.
Unter der folgenden E-Mail-Adresse könnt ihr euch formlos bis zum 15.05.2013 bewerben und Fragen zur Arbeit und den Formalia zur Einstellung stellen.
„soziales@asta-kassel.de“
Weiterhin erreicht ihr mich auch im Sozialreferat des AstA.

Daniel Seitz
Referent für Soziales
AStA Uni Kassel
Nora-Platiel-Straße 2
34127 Kassel“

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