Bildergebnis für pride 2014 movie

In unserem Bestand findet ihr eine große Auswahl an aktuellen Filmen wie auch Klassikern. Im folgenden haben wir ein paar Berichte zu ausgewählten Filmen über, von und mit LGBT+ Persönlichkeiten zusammengestellt.

Die Medici: Herrscher der Renaissance, Teil 2 + 3, Regie: Justin Hardy, USA 2003

Unter dem Mezänatentum der reichen Florentiner Kaufmannsfamilie der Medici entwickeln sich Michelangelo Buonarotti und Leonardo da Vinci um 1500 zu bedeutenden Künstlern: ein schwuler Bildhauer und ein schwules Universalgenie.

Bericht zum Film

Caravaggio, Regie: Derek Jarman, Großbritannien 1986

Caravaggio prägt mit seinem Stil die Malerei des 17. Jahrhunderts wesentlich. Wie kein anderer Künstler beeinflusst dieses bisexuelle Genie die Malkunst des Barock.

Bericht zum Film

Der König tanzt, Regie: Gérard Corbiau, Frankreich, Deutschland, Belgien 2000

Zwei Männer vereint durch den Tanz: Jean-Bapiste Lully, einer der Begründer der Ballettkunst der Neuzeit, wird im 17. Jahrhundert Hofmusikdirektor Ludwigs XIV. in Versailles. Als bisexueller Tänzer, Musiker und Komponist prägt er nicht nur die Tanzkunst seiner Zeit, sondern gilt heute als einer der bedeutendsten queeren Musiker aller
Zeiten.

Bericht zum Film

Die Vermessung der Welt, Regie: Detlev Buck, Deutschland 2012

Ende des 18. Jahrhunderts brechen zwei Männer zu neuen wissenschaftlichen Ufern auf: der schwule Naturforscher Alexander von Humboldt und der heterosexuelle Mathematiker Carl Friedrich Gauß. Während Humboldt zum Enzyklopädisten und zum „Entzauberer“ Südamerikas wird, avanciert Gauß zum bedeutendsten Mathematiker des 19. Jahrhunderts.

Bericht zum Film

Ludwig II., Regie: Peter Sehr, Deutschland 2013

Schwuler König, Pazifist und Bauherr mit sozialer Verantwortung: die bayrischen Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee künden noch heute von der architektonischen und künstlerischen Ambition des schwulen Monarchen Ludwig II., König von Bayern.

Bericht zum Film

Oscar Wilde, Regie: Briant Gilbert, Großbritannien 1997

Der geniale Schriftsteller und Dramaturg Oscar Wilde prägt nicht nur die schwule Ästhetik des 19. und 20. Jahrhunderts wesentlich mit, sondern wird um 1890 auch durch seine Lebensgestaltung zu einem Vorbild moderner Männlichkeit an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Bericht zum Film

Mädchen in Uniform, Regie: Géza von Radváni, Deutschland 1958

Die Liebe zwischen einer adeligen Schülerin und ihrer fortschrittlichen Lehrerin im Preußen des frühen 20. Jahrhunderts gilt nicht nur als Klassiker lesbischer Literatur, sondern hält mit dem Auftritt Therese Giehses als Schulleiterin auch ein Kleinod lesbischer Schauspielkunst bereit.

Bericht zum Film

Total Eclipse – Die Affäre von Rimbaud und Verlaine, Regie: Agnieszka Holland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande 1995

Mit seinem Gedicht „Das trunkende Schiff“ wird er um 1870 berühmt: der junge schwule Dichter Arthur Rimbaud. Mit seiner damals skandalträchtigen Liebesbeziehung zu dem älteren, bereits etablierten Literaten Paul Verlaine schreibt Rimbaud Literaturgeschichte, im Film kongenial verkörpert von Leonardo di Caprio.

Bericht zum Film

Der Einstein des Sex – Leben und Werk des Dr. Magnus Hirschfeld, Regie: Rosa von Praunheim, Deutschland, Niederlande 1999

Der weltberühmte Mediziner und Begründer der modernen Sexualwissenschaft, der Arzt Dr. Magnus Hirschfeld, verändert um 1900 und während der Weimarer Republik wesentlich den wissenschaftlichen Zugang zu Homosexualität. Von den Nazis verfemt, wird er seit dem Ende der 1970er Jahre von Wissenschaft und Schwulenbewegung wiederentdeckt.

Bericht zum Film

Nijinsky, Regie: Herbert Ross, USA 1980

Der schwule „Gott des Tanzes“ gilt um 1910 nicht nur als Star des weltberühmten „Ballet Russes“, sondern zusammen mit seinem Lebenspartner Sergei Djagilew auch als Begründer des „modern dance.“ Kaum ein Tänzer prägt das Ballett des 20. Jahrhunderts so wie Vaslav Nijinsky, der 1919 an Schizophrenie erkrankt und sich daraufhin für den Rest seines Lebens aus dem Kunstschaffen zurückziehen muss.

The Girl King, Regie: Mika Kaurismäki, Finnland 2015

Als ihr Vater, König Gustav II. Adolf von Schweden, 1632 in der Schlacht bei Lützen mitten im Dreißigjährigen Krieg fällt, wird seine Tochter Kristina zum König Schwedens. Als Kronprinz erzogen und zu einer überdurchschnittlich gebildeten Person herangereift, weigert sie sich zu heiraten und unterhält stattdessen eine Liebesbeziehung zu ihrer Kammerzofe Ebba Sparre. Ihre Versuche, Schwedens Verstrickung in die Wirren des in Deutschland wütenden Dreißigjährigen Krieges zu beenden und aus ihrem Königreich ein kultiviertes Land zu machen, bringen die Monarchin in Konflikt mit der konservativen Gesellschaft am Stockholmer Hof.

Die Manns – ein Jahrhundertroman, Teil 1: 1923 – 1933, Teil 2: 1933 – 1941, Regie: Heinrich Breloer, Deutschland 2001

Zwischen 1923 und 1955 prägt kaum eine Familie die schwul-lesbische Literatur deutschsprachiger Zunge derart wie zwei Generationen der Familie Mann: der Literaturnobelpreisträger Thomas Mann und seine drei queeren Kinder Erika Mann, Klaus Mann und Golo Mann. Während sich Erika und Klaus dem Theater und der Schriftstellerei widmen, avanciert Golo zu einem der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts.

Die Manns – ein Jahrhundertroman, Teil 3: 1941 – 1955, Regie: Heinrich Breloer, Deutschland 2001

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – die Manns leben noch im Exil in den USA – spitzt sich das Leben der queeren Mitglieder der Familie Mann dramatisch zu: der von Drogensucht und Schicksalsschlägen gequälte Klaus Mann nimmt sich 1949 in Cannes das Leben, Thomas Mann stirbt 1955 in Zürich, Erika Mann erliegt 1969 einem Hirntumor und Golo Mann sieht sich vor dem Hintergrund des Zeitgeistes der 1950er und 1960er Jahre dazu genötigt,  seiner schwulen Identität zwar Ausdruck verleihen, diese aber tragischerweise nur bedingt leben zu können.

Aimée und Jaguar, Regie: Max Färberböck, Deutschland 1999

Mitten in denWirren und Anfechtungen der Nazi-Diktatur und des zweiten Weltkrieges finden in Berlin zwei Frauen in Liebe zueinander: die Nicht-Jüdin Lilly Wust und die jüdische Antifaschistin Felice Schragenbaum. In den beiden Pseudonymen Aimée und Jaguar
verkörpert sich ihre Liebe, die schließlich tragisch endet.

The imitation game – Ein streng geheimes Leben, Regie: Morten Tyldum, Großbritannien 2014

Großbritannien im Zweiten Weltkrieg: der geniale schwule Mathematiker Alan Turing arbeitet fieberhaft an der Entschlüsselung der militärischen Codes der deutschen Wehrmacht. Mit seinen Forschungen gilt er heute als einer der wichtigsten Vordenker der Computertechnik. Als sein Schwulsein publik wird, vernichtet die bigotte britische Gesellschaft Turing trotz seiner wissenschaftlichen Verdienste.

Die geheimen Tagebücher der Anne Lister, Regie: James Kent, Großbritannien 2010

In ihren geheimen Tagebüchern gibt sie sich als fortschrittliche, aufgeschlossene Lady zu erkennen, die aus ihrer Liebe zu Frauen keinen Hehl macht: Anne Lister, Grundbesitzerin in Yorkshire (Großbritannien) an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Sie verweigert eine Vernunftsehe und  sucht stattdessen nach einer weiblichen Gefährtin. Vor der damaligen Öffentlichkeit verheimlicht, enthüllen jedoch ihre Tagebücher ihre queere Identität und weisen sie als eine der ersten, sich selbstreflexiv als lesbisch einordnenden, Frauen der Neuzeit aus.

Der Kreis, Regie: Stefan Haupt, Schweiz 2014

In den 1950er Jahren wird Zürich zum „Wachturm in Weinberg der Schwulenbewegung“: als einzige schwule Metropole Europas, die den Vernichtungssturm der Nazis unbeschadet überstanden hat. Die
Organisation „Der Kreis“ in Zürich wirkt als Brücke zwischen alter und neuer schwuler Welt, zwischen 19. Jahrhundert und Postmoderne. Vor dem Hintergrund von Polizeigewalt, Homophobie, aber auch von Selbstbewusstsein und beherzter politischer Arbeit von Seiten der Schwulen finden der Lehrer Ernst und der Travestie-Künstler Röbi im damaligen „San Francisco Europas“ als Liebespaar zusammen.

Where Pride began – Stonewall, Regie: Roland Emmerich, USA 2015

„Stonewall“ ist die Geschichte eines fiktiven jungen Mannes namens Danny Winters, der 1969 in die historischen Stonewall-Unruhen in New York verwickelt wird: Im Umfeld von Transgender-Aktivist*innen wie Marsha P. Johnson und Orphan Annie wird er zum regelmäßigen Besucher der Bar „Stonewall In“ und zum Beobachter der Vorgänge um die „Stonewall riots“ im Juni 1969. Marsha, Orphan, Danny und ihre Freund*innen werden diskriminiert und übel behandelt, selbst die Polizei schreckt nicht vor Übergriffen zurück. Es stauen sich Wut und Zorn auf – bis sich am 28. Juni 1969 der Zorn entlädt: Als der erste Stein fliegt, kommt es zum Aufstand der Transgendermenschen, Lesben, Schwulen und Bisexuellen gegen die New Yorker Polizei und die Mafia, die die Christopher Street bis dahin kontrolliert hatte.

Milk, Regie: Gus van Sants, USA 2008

In den 1970er Jahren avanciert San Francisco zur schwulen Hauptstadt der USA. In einer von Emanzipation, Flower-Power und Anti-Vietnam Aktion geprägten Atmosphäre gelingt dem schwulen Mathematiker und Lehrer Harvey Milk der Aufstieg in den Stadtrat von San Francisco. Milk wird zum einflussreichsten schwulen Politiker der USA, zum ungekrönten Oberhaupt der amerikanischen Schwulenbewegung der 70er Jahre und fällt 1978 einem Attentat zum Opfer.

Tschaikowsky – Genie und Wahnsinn, Regie: Ken Russel, Großbritannien 1970

Der schwule russische Komponist Peter Tschaikowsky führt um 1877 zusammen mit seinem intimen Freund Graf Anton Schiluwsky ein hedonistisches Leben. Als er die exzentrische Tänzerin Antonina Milukowa ihn bei der Aufführung seines ersten Klavierkonzerts kennenlernt, verliebt diese sich in ihn.  Tschaikowsky ist fasziniert von ihr und heiratet sie auch aufgrund gesellschaftlichen Drucks, aber aufgrund von Tschaikowskys schwuler Identität scheitert nicht nur die Ehe, auch das Leben des Komponisten endet 1893 in St. Petersburg auf tragische Weise.

Pride, Regie: Matthew Warchus, Großbritannien 2014

1984 schließen sich die Vorkämpfer*innen einer queeren Aktionsgruppe in London und streikende Bauarbeiter in Wales zu einem ungewöhnlichen Aktionsbündnis zusammen: die Queers unterstützen die Bauarbeiter mit Geldspenden und politischer Arbeit, im Gegenzug führen die Bergarbeiterorganisationen den CSD 1985 in London an.

Caravaggio – das Spiel mit Licht und Schatten, Regie: Jean-Michel Meurice, Frankreich, Deutschland 2015

Im Unterschied zu Derek Jarmans Experimentalfilm über Caravaggio und sein Leben aus dem Jahr 1986 wirft Jean-Michel Meurices Dokumentation einen historisch-analytischen Blick auf den Meister des Frühbarock und seine queere Lebensgeschichte: Er ist jähzornig, ein Raufbold und Mörder – und einer der revolutionärsten Maler der Kunstgeschichte. Er liebt als bisexueller Künstler Frauen und Männer gleichermaßen und gilt als Meister der Hell-Dunkel-Malerei. Er führt ein kurzes und bewegtes Leben und erlangt um 1600 in Rom als Künstler eine Berühmtheit, die bis heute anhält.

Amazing Grace – Der Kampf eines Mannes verändert die Welt, Regie: Michael Apted, Großbritannien, USA 2006

Zwei queere Menschen im Kampf gegen die Sklaverei: Um 1800 kämpft der bisexuelle Idealist und Philantrop William Wilberforce zusammen mit seinem schwulen Freund, dem englischen Premierminister William Pitt und mit seiner Ehefrau Barbara Spooner, gegen den Sklavenhandel im Britischen Empire. Mit vielfältigen politischen Aktionen und intensiver Arbeit im britischen Unterhaus hat er schließlich Erfolg: der Sklavenhandel wird im englischen Herrschaftsbereich auf sein Betreiben hin verboten.

Wittgenstein, Regie: Derek Jarman, Großbritannien 1993

Derek Jarmans Film über den österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein rekonstruiert die Lebensstationen des rastlosen Genies und entfant terrible, des Meisters des Tractatus logicophilosophocus. Jarman beschreibt seine Ausreißversuche in die Einsamkeit von Norwegen und Irland, seine schwule Affäre mit seinem Mentor, dem britischen Wirtschaftswissenschaftler und Mathematiker John Maynard Keynes, am Vorabend des Ersten Weltkrieges – und darüber hinaus.

Christopher und Heinz – Eine Liebe in Berlin, Regie: Geoffrey Sax, Großbritannien 2011

Anfang der 1930er Jahre reist der junge britische Schriftsteller Christopher Isherwood, später als einer der wichtigsten schwulen Literaten des 20. Jahrhundert bekannt geworden, nach Berlin. Isherwood beschließt, dort eine Zeit lang zu leben und verkehrt in den von Schwulen und Lesben frequentierten Nachtclubs. Er lernt eines Tages den jungen Straßenkehrer Heinz Neddermeyer kennen. Als jedoch der Einfluss der Nazis zunimmt und sich die Homosexuellen zunehmend Feindseligkeiten ausgesetzt sehen, beschließen Christopher und Heinz, inzwischen ein Liebespaar, nach England zu fliehen. Dort stößt Heinz als Schwuler jedoch auf Misstrauen. Er wird unter dem Vorwurf der illegalen Einreise verhaftet und in das inzwischen von den Nazis beherrschte Deutschland abgeschoben. Erst nach dem Ende des Krieges sehen die beiden sich wieder, – doch die Zeit und die Geschehnisse haben ihre Spuren hinterlassen.

James Dean – Ein Leben auf der Überholspur, Regie: Mark Rydell, USA 2001

18 Monate Hollywood und nur drei Filme reichen Anfang der 1950er Jahre aus, um den aus dem amerikanischen Mittelwesten stammenden jungen bisexuellen Schauspieler James Dean zum Jugendidol seiner Generation zu machen. Sein tragischer Unfalltod im Alter von nur 24 Jahren verleiht ihm Superstar-Status und lässt ihn noch in den 1950er Jahren zur Kultfigur werden. Als bisexueller Kunstschaffender geht Dean während seiner kurzen Schauspielkarriere sowohl mit Frauen als auch mit Männern Liebesbeziehungen ein.

Boys don’t cry, Regie: Kimberly Peirce, USA 1999

Brandon Teena, ein junger Transgender-Mann, verlässt Anfang der 1990er Jahre seinen Heimatort, um in der US-amerikanischen Provinz ein neues Leben zu beginnen. In einem kleinen Ort freundet er sich mit einer jugendlichen Clique an: John, Tom, Candace, Kate und Lana. Bald darauf ist er in der Clique akzeptiert und verliebt sich in Lana. Jedoch bewahrt er seine Transidentität für sich. Als diese bekannt wird, endet die Freundschaft zunächst in Beleidigungen, denen in der Silvesternacht 1993/1994 die Vergewaltigung Brandons und letztendlich seine Ermordung folgen.

Die Matthew Shepard Story, Regie: Roger Spottiswoode, Kanada, USA 2002

Als Kulturreisender und Sprachgenie wird er um 1995 in Europa berühmt: der schwule, aus Casper (Wyoming) stammende Student Matthew Shepard, der zwischen 1993 und 1995 in Montagnola (Schweiz) studiert und fließend Deutsch, Italienisch, Französisch und Arabisch spricht. 1995 kehrt Shepard in die USA zurück, wo er an verschiedenen Orten studiert und u.a. Obdachlosenarbeit macht. Am 07. Oktober 1998 fällt Shepard in seinem damaligen Studienort Laramie (Wyoming, USA) einem homophoben Mordanschlag zum Opfer – später in queeren Kreisen vor dem Hintergrund von Shepards zuvor erfolgten kulturellen Leistungen als „Flucht in die Unsterblichkeit“ interpretiert.